Frühe Jahre (1960-1986)

Andreas Mahnel wird am 13.09.1960 als viertes von fünf Kindern der Bekleidungsfabrikanten Irma und Edmund Mahnel in Frankfurt am Main geboren. Das Wirtschaftswunder der 60er Jahre ist in vollem Gange und das Familienleben ist stark durch den Auf- und Ausbau des elterlichen Unternehmens der Modebranche geprägt. Der Großmutter wird die Haushaltsführung übertragen, die Mutter engagiert sich mit aller Kraft als emanzipierte Frau im Familienunternehmen.

Mit zwölf Jahren wird Andreas, wie auch seine älteren Geschwister, auf ein Internat geschickt. Er besucht von 1972 bis 1978 das Internat Marianum in Fulda. Das Internatsleben verlangt dem Heranwachsenden eine strenge Disziplin ab, die durch die Wochenendaufenthalte im Elternhaus in Aschaffenburg unterbrochen wurde. Die mit seiner Legasthenie verbundene Rechtschreib- und Leseschwäche führt dazu, dass sich der Junge all seiner Sinne bedienen musste, um als Schüler zu bestehen. Am Geografie- und Kunstunterricht findet er besonderes gefallen. Eine Schulreise in das Sprengel Museum Hannover, die sein Kunstlehrer organisierte, um dort eine Kurt Schwitters Ausstellung zu besuchen, hinterließ bei ihm und seinem Klassenkameraden Matthias Braun, der heute als Kunstschaffender in Aschaffenburg lebt und arbeitet, einen bleibenden Eindruck. Trotz seiner Legasthenie erreichte Andreas als Klassensprecher mit dem zweitbesten Zeugnis den Abschluss der mittleren Reife.

Die Mutter, gesegnet mit großer kreativer Gabe, erkennt früh die gestalterische Begabung ihres zweiten Sohnes und förderte diese, unter anderem ermöglichte sie Andreas den Besuch des Cours International Jeoffrin Byrs in Paris in den Jahren 1978-1979. Auf dieser Modeschule lernte er in der Ausbildung zum Modedesigner das figurative und das Akt Zeichnen.

Mit zwanzig Jahren beendet Andreas Mahnel seine schulische Ausbildung an der Schule für Bekleidung und Mode in Frankfurt. In der Lebenshilfewerkstatt Schmerlenbach leistete er zwei Jahre lang Zivildienst. Anschließend nimmt er das Studium der Textil- und Bekleidungstechnik an der Fachhochschule Niederrhein in Mönchengladbach auf. Sein Ziel ist es, eines Tages in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten.

Der Junge Mann (1987-1996)

In seinem Berufsleben geht Andreas Mahnel mehreren Tätigkeiten in unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und Funktionen nach. Im Jahr 1993 heiratete er seine Jungendliebe Heike Lohse. Noch im selben Jahr wird die gemeinsame Tochter geboren. Die Ehe hält nur wenige Jahre und die Trennung wirft ihn in eine schwere persönliche Krise, die eine erste Schaffensphase auslöste, in der mehrere großformatige Öl Bilder entstehen.

Die Wanderjahre (1997-2006)

Von 1997-2006 führten seine beruflichen Tätigkeiten Andreas Mahnel für zehn Jahre ins Ausland. Er hatte die Chance und das Glück andere Länder und Kulturen kennenzulernen und mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenzuarbeiten (Libanon: 1997-1998, Ungarn: 1998-2001, England: 2001- 2002, Polen: 2002-2003, Niederlande: 2005-2006).

Während seiner Wanderjahre taucht er in die nationalen Kulturen der verschiedenen Länder ein. Andreas Mahnel besuchte die großen Ausstellungen und findet den Kontakt zu Kunstschaffenden. So trifft er z.B. Thomas Kausel in Budapest, als dieser im Goethe Institut seine Farbenlehre präsentierte. Anfang des neuen Jahrtausends lernte Andreas Mahnel seine zweite Frau Nicole kennen.

Bayrisches Oberland (2008 -2023)

2008 ziehen Nicole und Andreas Mahnel von Düsseldorf nach Fischbachau ins bayrischen Oberland.

„Wir haben uns 2007 entschieden unsere bisherigen Tätigkeiten aufzugeben und aus der Liebe zu den Bergen und zur Natur von Düsseldorf ins bayrische Oberland nach Fischbachau umzuziehen. 2009 haben wir im Leitzachtal ein Haus erworben, das wir in Eigenleistung und mit der Hilfe begnadeter Handwerker renovieren konnten und in dem wir unser neues Zuhause gefunden haben“.

Bei der Renovierung wird auf den Erhalt des Charakters des aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammenden Hauses besonders geachtet. In dem Haus finden neben den eigenen Bildern auch die Werke, der dem Ehepaar bekannten Künstler, Thomas Kausel, Matthias Braun, Yasmin Maier, Szilárd Cseke und Gabriele Cremer einen neuen Platz.

Aus Liebe zum Gestalten und aus der Freude mit Menschen im Austausch zu sein, entschließt sich das Ehepaar 2010 in Miesbach ein Einzelhandelsgeschäft für Wohnaccessoires zu eröffnen. Nach dreizehn erfolgreichen Jahren verabschieden sich Nicole und Andreas Mahnel 2023 von ihren Kundinnen und Kunden.

Neubeginn

Die Malerei hat Andreas Mahnel sein ganzes Leben lange begleitet. Er versteht sich heute als lernender Meister und besucht regelmässig Kurse, um sein Schaffen zu beleben und weiterzuentwickeln.

„Die in unserer neuen Lebensphase gewonnene Zeit nutzen wir, um unseren verborgenen Leidenschaften nachzugehen. Dies war in all den Jahren für meine Frau die Inneneinrichtung, für mich die Malerei und für uns beide das Leben mit unseren Hunden Rufus und Xabi inmitten der Natur.“

Andreas Mahnel versteht sein Schaffen als evolutionären Prozess. Alle Erfahrungen seines Lebens fließen in die Werke ein. Durch die immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit Farben und Formen hat sich ein tiefes Verständnis für Komposition entwickelt.

„Es braucht jedoch das Tun, das immer wiederkehrende Tun. Bei der Arbeit hilft die Gewissheit, dass das Leben für mich ist und ich nicht scheitern kann. So entwickelt sich, das Spiel der Farben und die Wahl der Formen.“